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Heimnetzwerk - wozu?

Immer mehr digitale Geräte können mit anderen in Verbindung treten. Im Haushalt gilt dies vor allem für Smartphones, Tablets, Computer, Spielkonsolen, Blu-ray Player, AV-Receiver und – neuerdings – smartTVs. Um Inhalte von einem Gerät auf ein anderes zu übertragen - zum Beispiel Fotos von einem Computer auf den Bildschirm des Fernsehgerätes – musste man bisher entweder eine Kabelverbindung herstellen oder einen Datenträger produzieren, der vom Zielgerät erkannt werden konnte – etwa einen USB-Stick. Das war umständlich und in vielen Fällen gar unmöglich. Ein Heimnetzwerk verbindet nun alle Geräte so miteinander, dass jedes als Datenquelle (Server) oder als Empfänger (Client) dienen kann. Auf diese Weise stehen jetzt etwa Digitalfotos jederzeit am Smartphone, am Tablet, am Laptop und am Fernsehgerät zur Verfügung – und dies, ohne dass man sich einen Computer ins Wohnzimmer stellen oder Kabel verlegen müsste.

Was benötigt man alles für ein Heimnetzwerk?

Die Zentrale eines Heimnetzwerkes bildet ein Router. An diese Schaltstelle sind alle Netzwerk-Teilnehmer angeschlossen. Über den Router laufen sämtliche Informationen wie etwa Steuerbefehle, Bilder oder Videoprogramme von den angeschlossenen Teilnehmern an die angewählten Empfänger. Dabei müssen die verschiedenen Geräte gar nicht physisch mit dem Router oder untereinander verbunden sein. Mit der Bezeichnung WLAN (Wireless Local Area Network) versehene Geräte können drahtlos mit dem Router kommunizieren.

Wie bedient man ein Heimnetzwerk?

Am besten mit dem Smartphone, Laptop oder Tablet. Dort sieht man, was alles an Programmquellen zur Verfügung steht und man kann Fotos, Musik, Videos oder Fernsehprogramme an den smartTV schicken. So lässt sich jede Art von optischer oder akustischer Information auch zwischen den einzelnen Teilnehmern des Netzwerks hin- und herschieben, also zum Beispiel Fotos aus der Digitalkamera drahtlos auf den Heimcomputer übertragen oder am smartTV im Internet surfen.

Können innerhalb des Heimnetzwerks Geräte verschiedener Hersteller verwendet werden?

Ja. Damit das funktioniert, müssen alle dieselben Datenformate, also dieselbe „Sprache“ benützen. Zu diesem Zweck wurde im Juni 2003 die „Digital Living Network Alliance“ gegründet. In dieser mittlerweile mehr als 250 Mitgliedsfirmen umfassende Organisation werden gemeinsam technische Leitlinien (Home Networked Device Interoperability Guidelines) für Entwickler und Hersteller von Geräten aus dem Bereich Verbraucherelektronik, EDV und Mobilgeräten festgelegt und aktualisiert. Von der DLNA spezifizierte Geräte können innerhalb eines Heimnetzwerks problemlos miteinander kommunizieren.

Was für Geräte kommen für ein Heimnetzwerk in Frage?

Neben Router und Fernsehgerät vor allem Laptop, Heimcomputer, Mediaserver, Spielkonsole, Smartphone und Tablet, aber auch für WLAN eingerichtete Digitalkameras. Auch viele Drucker lassen sich ins Netzwerk einbinden. In einem späteren Entwicklungsschritt könnten noch weitere Teilnehmer dazukommen, etwa Überwachungskameras oder eine Waschmaschine, die im Netzwerk eine Meldung deponieren könnte, wenn sie mit ihrer Arbeit fertig ist.

Was für Anforderungen werden an den Internetzugang gestellt?

Auf welchem Weg man sich mit dem Internet verbindet, spielt keine Rolle. Will man grössere Datenmengen aus dem Web beziehen, sollte man aber für eine angemessene Übertragungsgeschwindigkeit sorgen. Niedrige Datenraten mögen akzeptabel sein, so lange es nur darum geht, Bilder, Zeitungsartikel oder andere statische Informationen herunterzuladen und zur späteren Verwendung zu speichern ("Download"). Für einen kontinuierlichen Datenfluss zur sofortigen Nutzung ("Streaming") sind hingegen höhere Übertragungsgeschwindigkeiten unabdingbar. Unzureichende Datenraten führen hier zu Störungen und Unterbrechungen bei Musik oder Filmen. Dabei ist allerdings zu beachten, dass nicht alle Internetzugänge die versprochenden Datenraten in der Praxis auch wirklich jederzeit erreichen. Je nach Netzbelastung können hier erhebliche Schwankungen auftreten. Die lässt sich mit einerm Internet-Speed-Test überprüfen. Ausserdem muss man wissen, dass sich die verschiedenen Teilnehmer des Heimnetzwerks die zur Verfügungstehende Datenrate teilen. Wenn neben dem Fernsehgerät noch ein oder zwei weitere Netzkomponenten in Betrieb sind, kann es so unter Umständen trotz scheinbar genügender Datenrate zu Rucklern oder Aussetzern kommen. 

Was ist bei der Wahl des Routers zu beachten?

Der Router stellt die Verbindung zum Internet her, sei es via ADSL-Telefonleitung, Kabelnetz oder Swisscom. Er muss nicht im Wohnzimmer stehen, man platziert ihn normalerweise in der Nähe des Heimcomputers. Der Router enthält Ethernet-Buchsen zu kabelgestützten Verbindung mit Netzwerk-Teilnehmern. Besonders wichtig ist aber seine Fähigkeit zur drahtlosen Kommunikation. Während für die kabelgebundene Verbindung in der Regel nur vier Ethernet-Buchsen zur Verfügung stehen, lassen sich am WLAN-Router drahtlos fast beliebig viele Geräte anmelden.  Die modernsten Router arbeiten im 5-GHz-Band und sind dadurch nicht von der gelegentlich auftretenden Überlastung und der latenten Störungsanfälligkeit des 2,4-GHz-Bandes betroffen. Sie unterstützen zudem bereits den zukünftigen 802.11z-DLS-Standard (Direct-Link-Setup). DLS erlaubt die direkte Kommunikation zwischen zwei Clients und liefert so im Vergleich zu herkömmlichen Lösungen eine bessere Ausnutzung der vorhandenen WLAN-Bandbreite, da die Daten nicht den Umweg über den Access-Point machen müssen.

Von grösster Wichtigkeit ist es, den Router sofort nach Inbetriebnahme mit Benutzername und Passwort zu schützen. Andernfalls können Unbefugte aus der Nachbarschaft ins Heimnetzwerk eindringen und sich daraus bedienen.

Was sind WEP und WPA?

WPA und WPA2 sind Nachfolger des Sicherheitsstandardes WEP. Sie verwenden AES-Verschlüsselung (Advanced Encryption Standard) und gelten als schwer knackbar, wenn nicht allzu einfache Passwörtern verwendet werden. WPA2 arbeitet dabei mit einer Schlüssellänge von 256 Bit und wird erst in neueren Geräten unterstützt. Deshalb sollte man beim Kauf von neuen W-LAN-Komponenten darauf achten, dass die WPA2-Verschlüssellung unterstützt wird.

Wie gross ist die Reichweite eines WLAN?

Das ist von Fall zu Fall sehr verschieden und kann nicht genau vorhergesagt werden. Es hängt nicht nur von der Entfernung der Netzkomponenten zum Router ab, sondern in hohem Masse auch von der Bauweise des Gebäudes. Durch ein Einsatz von "Repeatern" lassen sich Reichweite und Übertragungssicherheit von WLANs stark verbessern. Geht es um das Überbrücken grösserer Entfernungen wie zum Beispiel mehrerer Stockwerke innerhalb eines Gebäudes, bietet sich das Stromnetz als bequemes und betriebssicheres Transportmittel für den Datenverkehr an. Damit lässt sich das WLAN eines Stockwerks bequem mit dem WLAN in einen anderen Stockwerks verbinden. Und auch hier sind gewisse Vorsichtsmassnahmen zu treffen. Zum Beispiel muss sichergestellt werden, dass mehrere solcher "Powerline"-Systeme, die sich möglicherweise im selben Haus befinden, einander nicht in die Quere kommen. Gerade in älteren Gebäuden ist es oft nicht so sicher, dass jeder Bewohner sein Stromnetz exklusiv und für sich allein hat. Das sollte man vom Elektriker klären lassen und beim Installieren des Netzwerks einanderes Subnetz wählen als das vom Router vorgeschlagene.

Was ist Powerline?

Geht es um das Überbrücken grösserer Entfernungen wie zum Beispiel mehrerer Stockwerke innerhalb eines Gebäudes, bietet sich das Stromnetz als bequemes und betriebssicheres Transportmittel für den Datenverkehr an. Damit lässt sich das WLAN eines Stockwerks bequem mit dem WLAN in einen anderen Stockwerks verbinden. PowerLAN, auch dLAN (direct LAN) oder Powerline Communication (PLC) genannt, bezeichnet eine Technik, die vorhandene Stromleitungen zum Aufbau eines Netzwerks zur Datenübertragung mitnutzt, so dass keine zusätzliche Verkabelung notwendig ist. Das Datensignal wird hier vom sendenden Adapter im Hochfrequenzbereich(in der Regel zwischen 2 und 30 MHz) auf die Stromleitung moduliert und vom empfangenden Adapter wieder demoduliert. Daher spricht man bei den PowerLAN-Adaptern auch von Modems. Und auch hier sind gewisse Vorsichtsmassnahmen zu treffen. Zum Beispiel muss sichergestellt werden, dass mehrere solcher "Powerline"-Systeme, die sich möglicherweise im selben Haus befinden, einander nicht in die Quere kommen. Gerade in älteren Gebäuden ist es oft nicht so sicher, dass jeder Bewohner sein Stromnetz exklusiv und für sich allein hat. Das sollte man vom Elektriker klären lassen und beim Installieren des Netzwerks ein anderes Subnetz wählen als das vom Router vorgeschlagene.

Was ist der Unterschied zwischen WLAN und Wi-Fi?

Es gibt keinen Unterschied. Die Wi-Fi Alliance ist eine Organisation, in der sich mehr als 375 Firmen aus aller Welt zusammengeschlossen haben, um sicherzustellen dass all ihre Produkte in einem WLAN (Wireless Local Area Network) nach dem technischen Standard IEEE 802.11 klaglos zusammenarbeiten können. Von der Wi-Fi zertifizierte Komponenten dürfen ein entsprechendes Logo tragen. Das bedeutet aber keineswegs, dass Geräte ohne dieses Logo weniger oder gar nicht WLAN-tauglich seien.

Kann man ein Netzwerk selber einrichten?

Im Prinzip ja, aber zu empfehlen ist das nur für Leute mit überdurchschnittlicher Computererfahrung, Geduld und hoher Frustrationstoleranz. Fast immer empfiehlt es sich, damit einen versierten Fachhändler zu beauftragen. Dieser besorgt nicht nur das Konfigurieren der einzelnen Geräte, er gibt auch wertvolle Tips und Instruktionen. Und schliesslich trägt er letztlich auch die Verantwortung für jederzeit klagloses Funktionieren und er kommt, wenn sich ein Problem einstellt. Freilich, das kostet etwas mehr Geld, es spart aber enorm Zeit und Nerven.

Kann man jede Digital-Fotokamera ins Heimnetzwerk einbinden?

Nicht jede, aber immerhin jede, die ihre Bilder auf einer SD-Karte speichert. Es gibt nämlich "Wi-Fi"-taugliche SD-Karten. Diese verbinden sich automatisch mit einem Drahlos-Netzwerk, sodass die darauf gespeicherten Bilder dort sofort auf einem Computer abgelegt oder auf einem Bildschirm gezeigt werden können.

Weitergehende Netzwerk-Möglichkeiten

Manche Systeme erlauben es, das Live-Bild einer im Netzwerk angemeldeten Kamera direkt zum Smartphone zu streamen. Das Smartphone kann dann sogar noch als Fernauslöser für die Kamera verwendet werden.

Die Kamera kann dann auch noch Fotos direkt über das Netzwerk auf Social Media Seiten hochladen. Der Benützer kann zu diesem Zweck seine Social Media Profile in der Kamera eingeben.

Es gibt auch digitale Fotokameras, die automatisch die aufgenommenen Bilder auf dem Netzlaufwerk als Sicherheitskopie abspeichern, sobald sie sich mit dem Heimnetzwerk verbunden haben.

Was ist UPnP?

Universal Plug and Play dient zur herstellerübergreifenden Ansteuerung von Geräten (Stereoanlagen, Router, Drucker, Haussteuerungen) über ein IP-basierendes Netzwerk. Es basiert auf einer Reihe von standardisierten Netzwerkprotokollen und Datenformaten. UPnP soll sicherstellen, dass Geräte, die dieses Logo tragen, innerhalb eines Netzwerkes problemlos miteinander kommunizieren. Da die Basis von UPnP ein IP-Netzwerk ist, muss ein Gerät oder Kontrollpunkt zuerst über eine gültige IP-Adresse verfügen.

Was ist DLNA?

Die Digital Living Network Alliance ist eine internationale Vereinigung von Herstellern von Computern, Unterhaltungselektronik und Mobiltelefonen mit dem Ziel, die Interoperabilität von informationstechnischen Geräten unterschiedlicher Hersteller aus dem Bereich Heim- und Eigengebrauch sicherzustellen. Die DLNA wurde im Jahre 2003 gegründet, heute gehören ihr mehr als 250 Mitglieder aus 20 Ländern an.

W-LAN Tips für Computerfreunde

Ein W-LAN Scanner stellt fest, ob benachbarte Funknetze den W-LAN Empfang beeinträchtigen. Kostenlos herunterzuladen von www.metageek.net/products/inssider


Wie schnell das W-LAN tatsächlich arbeitet, zeigt Throughput Test 1.0. Kostenlos herunterzuladen von www.tamos.com/products/throughput-test


Ob ein fremder Computer ins W-LAN eingedrungen ist, findet man heraus mit dem kostenlos herunterzuladenden www.nirsoft.net/utils/wireless_network_watcher.html


Der Net Surveyor 2.0 zeigt auf einen Blick, auf welchem Kanal und wie stark benachbarte W-LAN-Router senden. Kostenlos herunterzuladen von www.nutsaboutnets.com


Eine Zusammenfassung aller wichtigen W-LAN Einstellungen zeigt der Network Monitor II, kostenlos herunterzuladen von www.myfavoritegadgets.info


Nur die wichtigsten W-LAN Informationen zeigt der WLAN-Check 1.0.0.1. Kostenlos herunterzuladen von www.softpedia.com/get/WindowsWidgets/SystemUtilities/WLAN-Check.shtml


Netsetman 3.2.6 ermöglicht direkten Zugriff auf alle W-LAN- und Netzwerkeinstellungen. Kostenlos herunterzuladen von www.netsetman.com


Ganz sichere W-LAN-Schlüssel erstellt man mit dem Wireless Key Generator 2.0.1.78. Kostenlos herunterzuladen von www.benchsoftware.com/index.php?action=products&id=6


Eine Auflistung aller in Windows gespeicherten W-LAN-Schlüssel bietet Wireless Keyview 1.36. Kostenlos herunterzuladen von www.nirsoft.net/utils/wireless_key.html