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Was ist ein smartTV?

Einfach gesagt: Ein Fernsehgerät, das sich nicht nur mit einer Antenne, sondern auch mit dem Internet verbinden lässt. Das eröffnet zahllose neue Möglichkeiten. Man kann damit zum Beispiel: 

  • Zusatzinformationen auf den Bildschirm holen, die die Fernsehsender parallel zum laufenden Programm anbieten. 
  • Versäumte Sendungen nachholen oder sich eine Sendung nochmals ansehen.
  • Im Internet surfen
  • Spielfilme und Musik aus riesigen Archiven zu beliebiger Zeit ins Haus holen. 
  • Sich an sozialen Netzwerken von Facebook bis Twitter beteiligen und parallel zu einer laufenden Fernsehsendung chatten oder Tweeds absetzen.
  • Videokonferenzen abhalten. 
  • Besonders angenehm: All das funktioniert, ohne dass man einen Computer ins Wohnzimmer stellen müsste.

Noch viel weiter gehen die Möglichkeiten, wenn man sich ein Heimnetzwerk einrichtet. Damit wird der smartTV zur Multimedia-Zentrale für Information und Unterhaltung. Hier lassen sich Fotos, Videos, und Musik von allen Teilnehmern des Netzwerks an den smartTV schicken oder auch untereinander austauschen. Gesteuert werden all diese Aktionen per Fingertip auf einem Smartphone oder Tablet und auch hier gilt: Man braucht weder Computer noch Computerkenntnisse.

Ist smartTV eine Markenbezeichnung?

Nein. Die Verschiedenen Geräthersteller haben für Fernsehgeräte mit netzwerkbasierenden Zusatzfunktionen eine Vielzahl von Bezeichnungen in die Welt gesetzt. Sie heissen zum Beispiel Media Net, Internet-TV, Net TV, Internet@TV, Viera Connect, NetCast, Smart Hub oder Web TV. Die Bezeichnung smartTV hat sich jedoch allgemein für Fernsehgeräte eingebürgert, die sich auch mit dem Internet verbinden und für die oben beschriebenen Funktionen nutzen lassen. 

Ist jedes Fernsehgerät mit Ethernet-Buchse ein smartTV?

Nein. Unter Umständen kann ein solches Gerät zwar mit dem Internet verbunden werden, jedoch nur um eventuell angebotene Updates in das Gerät zu laden. Auch ein WLAN-Stick zum Einbinden in ein Netzwerk hilft da nicht. Um alle auf dieser Seite beschriebenen smartTV-Funktionen ausführen zu können, müsste das Fernsehgerät mit spezieller Elektronik ausgestattet sein, die in älteren Modellen noch nicht zu finden ist.

Kann man auf einem smartTV frei im Internet surfen?

Bei manchen Geräten ist das möglich, wenn auch nicht immer sehr praktisch.  Denn ein smartTV ist kein Computer und die Darstellung nicht speziell für smartTVs optimierter Webseiten fällt häufig unbefriedigend aus. Auch steht normalerweise im Wohnzimmer keine Computertastatur zur Verfügung. Daher werden hier meist nur vom Gerätehersteller ausgewählte Seiten angeboten, die bequem über auf dem Bildschirm angezeigte Apps erreicht werden. Es gibt Geräte, die auch freies Surfen erlauben, und auch solche, an die man sogar eine Computertastatur anschliessen kann. Dabei ist jedoch zu beachten, dass der integrierte Web-Browser häufig keine Flash-Animationen zeigt.

Warum kann man nicht alle Produktionen aus den Archiven der TV-Sender abrufen?

Abgesehen davon, dass noch längst nicht alle Archive digitalisiert sind, hat das vor allem urheberrechtliche Gründe. Als in den 70er-Jahren die Verwertungsverträge geschlossen wurden, galten diese nur für die damals verfügbare Technik. Für die Ausstrahlung im Internet müssten neue Verträge mit Autoren und Darstellern bzw. mit deren Erben ausgehandelt werden. Das ist aufwändig und für die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender aus Gebühren nicht finanzierbar. Es ist allerdings denkbar, dass solche Produktionen - zum Beispiel alte Krimiserien - kostenpflichtig angeboten werden. Für Privatsender dürfte die kommerzielle Verwertung im Vordergrund stehen.

Bieten alle smartTVs dieselben Möglichkeiten?

Keineswegs. So kann man beispielsweise nicht mit jedem Modell auf dieselben Video-on-Demand Portale oder andere kommerzielle Angebote zugreifen. Hier gibt es von Marke zu Marke und von Modell zu Modell grosse Unterschiede.

Was jeder smartTV bieten sollte

„Full-HD“ Auflösung (1920x1080 Bildpunkte)

Mindestens einen Steckplatz – besser aber zwei – für Module zum Decodieren verschlüsselt ausgestrahlter Fernsehprogramme. Dabei handelt es sich keineswegs nur um Pay-TV-Programme, auch die Sendungen der SRG werden aus urheberrechtlichen Gründen verschlüsselt ausgestrahlt.



Auf diese Steckplätze kann man verzichten, wenn die Programme von der Settopbox eines Kabelnetzbetreibers decodiert und dem Bildschirm so angeliefert werden.

Eine Ethernet-Buchse zum Verbinden des Gerätes mit einem Heimnetzwerk oder direkt mit dem Internet ist unverzichtbar.

Was nicht jeder smartTV bietet

Zwar lässt sich jeder smartTV über seine Ethernet-Buchse mit dem Internet verbinden. Das ist die einfachste und auch die am wenigsten störungsanfällige Methode. Praktischer hingegen ist meist eine drahtlose Verbindung (WLAN oder "Wireless Local Area Network") Viele moderne Fernsehgeräte sind bereits für WLAN eingerichtet und können sich so ohne weiteres Zutun mit dem Netz verbinden, andere gelten als "WLAN-Ready" und lassen sich mit einem speziellen USB-Stick aufrüsten. Dabei ist zu beachten, dass das bei vielen Bildschirme ausschliesslich mit WLAN-Sticks der eigenen Marke funktioniert.

Es gibt smartTVs mit 2 Tunern. Damit kann man ein Fernsehprogramm ansehen und sich zugleich dasselbe oder auch ein anderes auf das Smartphone übertragen lassen. So kann man die laufende Sendung mit in die Küche oder zur Sitzung im kleinsten Raum des Hauses mitnehmen oder sicherstellen, dass man den Beginn einer bestimmten Sendung auf einem anderen Kanal nicht verpasst.

An viele Geräte lassen sich ein USB-Stick oder eine USB-Festplatte anschliessen. Damit wird der Fernseher zum Videorecorder. Man kann digital empfangene Fernsehsendungen aufzeichnen und zeitversetzt fernsehen, also eine laufende Sendung anhalten und später weiter laufen lassen.

Einige smartTVs verfügen über einen eingebauten W-LAN Empfänger. Damit können sie drahtlos mit einem Heimnetzwerk in Kontakt treten. Geräte ohne W-LAN Empfänger lassen sich problemlos mit einer separaten W-LAN Antenne für drahtlosen Betrieb nachrüsten.

Manche smartTV lassen sich direkt von einem Smartphone bedienen, also ohne in ein Netzwerk eingebunden zu sein.

 

Was sind Apps?

Kurz gesagt: Apps sind "Application Programmes", also Anwendungsprogramme. Das ist keine Neuerfindung. Schon die ersten Mobiltelefone enthielten oft kleine Anwendungen wie etwa Kalender, Taschenrechner oder kleine Spiele. Mittlerweile gibt es mehr als eine halbe Million unterschiedlichster Apps für smartTVs, Smartphones und Tablets. Sie erlauben es dem Benützer eines Fernsehgerätes, mit einem einzigen Knopfdruck bestimmte Dienste abzurufen, etwa aktuelle Wetterdaten, Zeitungsseiten oder Flugpläne, alles optimiert für die Eigenheiten des jeweiligen Bildschirmes. Mühelos gestaltet sich dank Apps auch der Zugang zu Plattformen wie Facebook, Youtube oder Twitter, ebenso die Verbindung mit riesigen Archiven, aus denen man Filme und Musik (kostenpflichtig) beziehen kann, die App von Skype schliesslich verwandelt den Fernseher in eine Station für Gratis-Videotelefonie rund um die Welt.

Apps können auch Programmpakete mit umfangreicher Funktionalität herunterladen, etwa auf ein Smartphone oder ein Tablet. Damit verwandelt sich ein solches Gerät per App-Klick in ein Musikinstrument, ein Navigationsgerät, ein Wörterbuch, einen Höhenmesser, einen Nacktscanner (!), eine Wasserwaage, einen Schrittzähler, ein Metronom, einen Adventskalender, ein Geräuschpegel-Messgerät, ein Fotolabor - die Liste ist schier endlos. Viele Apps kann man gratis herunterladen, für manche wird eine Gebühr verlangt. Doch Vorsicht ist geboten: Wie hier zu lesen ist, gibt es Apps, die zwar zunächst gratis sind, deren Verwendung letztlich aber doch Geld kostet.

Wichtig: Apps sind Plattform-spezifisch. Also lassen sich Android-Apps nicht auf einem iPhone aufspielen oder umgekehrt. Populäre und viel genutzte Apps sind jedoch für beide Plattformen verfügbar.

Was sind Widgets?

Die populären Apps sind Anwendungen, die bei Bedarf durch Antippen des Icons gestartet werden. Widgets können auf dem Bildschirm zwar fast gleich aussehen, ein Teil des mit ihnen verbundenen Programms kann sich aber im Hintergrund ständig aktualisieren ohne dass man dafür etwas unternehmen müsste. Ein Beispiel soll den kleinen Unterschied verdeutlichen: Hätte man eine App „Batteriezustand“, so würden die entsprechenden Informationen abgefragt und angezeigt, nachdem man diese App angewählt hat. Hätte man dafür ein Widget installiert, so würde man jederzeit über den aktuellen Zustand der Batterie informiert, ohne dafür jedesmal ein neues Fenster öffnen zu müssen. Beliebt sind solche sich selbst aktualisierenden Anwendungen besonders für Zeit- und Wetteranzeigen. Zu bedenken bleibt allerdings, dass ständig laufenden Programme das Computersystem belasten, was zu einer generellen Verlangsamung des Systems und zu erhöhter Belastung der Batterie führen kann.