123

3D Aufnahme

Zur Herstellung dreidimensionaler Foto-, Film- und Videoaufnahmen benötigt man zwei voneinander vollständig getrennte Bilder von absolut identischer technischer Qualität. Also 2 genau gleiche Kameras und Objektive sowie 2 Filmstreifen bzw. 2 Videorecorder.  Es ist dabei von essentieller Bedeutung, dass sämtliche an der Produktion beteiligten Komponenten absolut identisch eingestellt sind und auch zeitlich perfekt synchron arbeiten.

Heute klingt das nach einer Selbstverständlichkeit, es war aber in den Zeiten von photochemischer Fotografie und Kinofilm nicht realisierbar. 
Erst mit der Digitaltechnik ist man nun in der Lage, parallel zwei wirklich identische Aufnahme- und Verarbeitungsstränge zur Verfügung zu stellen und jederzeit perfekte Synchronität zu garantieren.

Bei digitalen Fotokameras für Amateure ist das sogar recht einfach zu realisieren, wie Fujifilm im Jahr 2009 bewiesen hat. Doch mittlerweile sind für die Herstellung von 3D Fotos gar keine speziellen 3D-Kameras mehr erforderlich. Man kann auch mit kleinen Digitalkameras mehrere Einzelbilder machen, aus denen ein Computer dann echte 3D-builder zusammensetzt.

Damit ein natürlicher Bildeindruck erzielt werden kann, müssen die beiden Kameraobjektive in aller Regel möglichst genau im Augenabstand angeordnet werden. Das ist bei voluminösen professionellen Kameras aber nicht möglich. Folglich behilft man sich dort mit einer besonderen Konstruktion:



Die eine Kamera blickt direkt nach vorne, die andere von oben über einen halbdurchlässigen Spiegel.  Auf diese Weise kann der Abstand – die „Stereobasis“ – flexibel und präzise eingestellt werden. Für besondere Effekte auch geringer oder grösser.

Wie sich die Perspektive beim Vergrössern des Objektivabstands ändert, zeigen diese Animationen, die freundlicherweise von der sehr erfahrenen 3D Produktionsfirma KuK Film in München ztur Verfügung gestellt wurden:

Umgekehrt zieht eine Verringerung des Objektivabstands die Tiefe der Bildes zusammen, beim Objektivabstand Null ergibt das ein 2D-Bild:

Doch die Entwicklung verläuft stürmisch und Ende 2009 haben zwei der bedeutendsten Unternehmen der Heimelektronik aufsehenerregende Lösungen vorgestellt, die 3D Produktionen in Zukunft sehr viel einfacher und preisgünstiger machen sollen. Beide Geräte sind nicht für Videoamateure gedacht, sondern für professionelle Studios. Sie zeigen aber deutlich, welch spektakuläre Fortschritte auf diesem Gebiet gemacht werden.



Dieses Modell von Panasonic vereint 2 Full-HD Kameras und 2 Recorder in einem einzigen Gerät von weniger als 3 kg Gewicht. Aufgezeichnet wird auf SD-Speicherkarten.



Eine echte Revolution soll diese Kamera von Sony darstellen. Mit Hilfe von optischer Raffinesse und viel Computerpower soll sie es schaffen, 3D Aufnahmen mit nur einem Objektiv zu realisieren. Ob dieser Prototyp jemals in Produktion gehen wird, ist jedoch ungewiss. 

Die für Videoamateure geeigneten 3D-Camcorder sind auf den Webseiten der verschiedenen Marken zu finden.

Wer wissen möchte, was bei einer professionellen 3D Videoproduktion so alles zu beachten ist, findet hier auf nicht weniger als 12 Seiten jede Menge Information und Anleitung (englisch).