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3D Blu-ray

Im Dezember 2009 hat die Blu-ray Disc association einen weltweit gültigen 3D Standard für Blu-ray Discs festgelegt. Damit ist dies der erste Datenspeicher, der speziell für 3D konzipiert wurde.



Vergleicht man den neuen 3D Standard mit der konventionellen 2D Variante, stellt man diese Besonderheiten fest:

  1. Speicherkapazität und Datenrate wurden gegenüber der 2D Blu-ray Disc nicht verändert. Auf diese Weise liess sich sicherstellen, dass sich 3D Discs auf bisherigen Playern in voller 2D Qualität abspielen lassen.
  2. Beiden Augen wird die volle Auflösung in statischer wie auch dynamischer Hinsicht geboten, also 2x „Full-HD“. Das verschafft der Blu-ray Disc einen deutlichen Qualitätsvorsprung gegenüber dem Fernsehen, das etwas Vergleichbares auf absehbare Zeit nicht wird bieten können.
  3. Für die Codierung der beiden Videostreams  ist ausschliesslicb MVC vorgesehen, das Multi-view Coding, eine Erweiterung der Norm MPEG-4 AVC H.264. Dabei besteht der Basis-Strom aus dem Bild für das linke Auge, daneben existiert ein zweiter Strom mit den Daten für rechts. Dieser Secondary Stream besteht nur aus der Differenz zum anderen Bild, weshalb man dieses Verfahren auch als "2D+Delta" bezeichnet. Entwickelt wurde diese Technik vor allem von der US-Firma TDVision, wo man sie TDV Codec nennt. Die beiden Informationen werden im Encoder des Authoring-Studios  zu einem MPEG-2 Transportstream zusammengefasst. Dass ein Transportstream mehrere Videoströme enthalten kann, ist gar nicht neu. Auf 2D Blu-ray Discs wird dies für Bild-im-Bild genutzt. Ein 2D Abspielgerät ignoriert den Secondary Stream und spielt korrektes 2D ab, ein 3D-Player dagegen erkennt den Parallel-Kanal und berechnet daraus die stereoskopischen Bilder.



  4. Das Verfahren „2D+Delta“ sorgt dafür, dass ein 3D Film auf der Blu-ray Disc nicht doppelt soviel Speicherplatz beansprucht, sondern nur etwa 40 Prozent mehr. Ein Film von 90 Minuten, der bisher mit mehr als üppigen 24 Mbit/s codiert wurde, benötigt beim Faktor 1,4 statt 16 GB also rund 23 GB.
  5. Es sind nur wenige Videoformate spezifiziert: Zulässig sind nur 1.920 x 1.080 Pixel bei 23,976 Hertz und 1.280 x 720 Pixel bei 59,94 Hertz – also weder echte 24p noch Vollbilder in 25, 50 oder 60 Hertz. Auch Standardauflösung ist nicht vorgesehen. Der Grund für die spärliche Auswahl liegt darin, dass man sonst mehr Zeit gebraucht hätte, um Player darauf vorzubereiten. Aber alle Seiten wollten unbedingt, dass schon 2010 die ersten Discs und die ersten Geräte auf den Markt kommen. Interessant: Es gibt überhaupt kein Interlaced mehr. Auch Bild-im-Bild wurde geopfert, weil die Einführung von mehr als 2 Videostreams massive Konstruktionsänderungen verlangt hätte. Allerdings gibt es bei 3D immer noch den Grafik-Layer, und zwar auf mehreren Ebenen. Untertitel legt der Player auf eine mittlere Ebene vor das eigentliche Bild, Buttons und andere Steuerungssignale noch etwas davor, so dass sie nicht von anderen Elementen überdeckt werden können. Auch Buttons lassen sich räumlich auslegen, wie frei im Raum schwebende Knöpfe.
  6. Dass man neue, 3D-taugliche Bildschirme dafür braucht, daran führt kein Weg vorbei, auch wenn gelegentlich anderes behauptet wird. Denn damit der Bildwechsel zwischen links und rechts genügend rasch und ohne Übersprechen bewerkstelligt werden kann, sind besondere Massnahmen in der Ansteuerung nötig. Ausserdem müssen Player wie auch Bildschirm unbedingt mit HDMI-Buchsen ausgerüstet sein, die mindestens der Version 1.3 entsprechen.
  7. In welcher Form die Bilder vom Player ausgegeben werden sollen, hat die Blu-ray Disc Associatiion nicht festgelegt.  Für 3D existieren die unterschiedlichsten Videoformate, sei es Side-by-side (Bilder nebeneinander), Schachbrett (DLP-Rückprojektoren), 120 Hertz (Games-Monitore) oder auch Interlaced-Bilder im Wechsel. Wahrscheinlich ist, dass sich 48p als Standard etablieren wird.

3D auch 2D abspielbar - fast immer

Wie oben unter Punkt 3 beschrieben, sind 3D Blu-ray Discs generell rückwärtskompatibel. Sie lassen sich also in uneingeschränkter 2D Qualität auf herkömmlichen 2D Blu-ray Playern abspielen.  Da und dort findet man aber Produktionen, bei denen man die 2D Abspielbarkeit unterbunden und dafür eine separate 2D Disc beigelegt hat. Diese Vorgehensweise kann damit erklärt werden, dass unter Umständen auf der 3D-Version nicht mehr genügend Platz für umfangreiches Bonusmaterial oder sämtliche Tonspuren gewesen wäre.   

3D auf 2D Blu-ray und DVD

3D lässt sich auch innerhalb des herkömmlichen 2D Standards auf Blu-ray Discs oder auch auf DVDs oder sogar auf VHS-Kassetten unterbringen. Tatsächlich wird im Handel eine Anzahl solcher Produktionen angeboten. 

 

Diese lassen sich auf herkömmlichen BD- oder DVD-Playern bzw. auf VHS-Videorecordern abspielen. Es muss allerdings klar festgehalten werden, dass diese Produktionen hinsichtlich Bildschärfe und Farbtreue weit entfernt sind von der Qualität, die mit 3D Blu-ray Discs erreicht wird.  Details dazu finden Sie auf unserer Seite 3D-Fernsehen, denn Verfahren und Probleme sind hier wie dort dieselben.