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Der lange Weg zu HDTV

1936 
Die British Broadcasting Corporation unternimmt unter dem Titel „High Definition“ Versuche mit einem Fernsehsystem, dessen Bilder sich aus 405 horizontalen Zeilen zusammensetzen. Den hochtrabenden Titel mag man angesichts des heutigen Standes der Technik als anmassend empfinden, doch damals stellte diese Entwicklung einen bedeutenden Schritt nach Vorne dar. Schliesslich hatten die Berliner Versuchssendungen im Jahr 1929 mit nur 30 Zeilen und 12 ½ Bildern/sec. begonnen

1949 
Französische Versuche mit einem HDTV-System mit 819 Bildzeilen bleiben erfolglos

1958 
Für das Militär wird unter dem Namen Transformator ein HDTV-System mit 1125 Zeilen entwickelt. Aber nicht etwa in den U.S.A., sondern in der Sowjetunion. Dieses erfährt jedoch keine nennenswerte Verbreitung.

1964 
Erste Versuche mit HDTV in Japan

1979 
Beginn der Forschungen zum Thema HDTV am Institut für Nachrichtentechnik der Universität Dortmund

1985 
NHK führt in Japan unter dem Namen „Hi-Vision“ das auf Analogtechnik basierende HD-System „MUSE“ (Multiple Sub-Nyquist Sampling Encoding) mit 1035 Bildzeilen ein.

1986 
Bemühungen, das japanische HDTV-System auch in Europa einzuführen, scheitern.

1988 
Mit dem auf Analogtechnik basierenden HD-MAC (Multiplexed Analogue Components) wird der Versuch unternommen, ein europäisches HDTV-System mit 1250 Bildzeilen zu etablieren. Trotz erheblicher Anstrengungen, unter anderem mit der Übertragung der Olympischen Sommerspiele von Barcelona 1992, setzt sich das System nicht durch.

1991 
In Japan finden erste Testsendungen mit digitalem HDTV mit 1080 Bildzeilen statt. Dieser ergeben höhere Qualität bei niedrigem Bedarf an Bandbreite.

1996 
In den U.S.A. wird erstmals HDTV auf digitaler Basis mit 1080 Bildzeilen ausgestrahlt.

2000 
In Japan laufen erste reguläre HDTV-Ausstrahlungen von NHK in Digitaltechnik mit 1080 Bildzeilen.

2005 
In Belgien beginnt „Euro 1080“ seinen Sendebetrieb, der erste europäische HDTV-Sender in Digitaltechnik mit 1080 Bildzeilen, „interlaced“-Technik und 25 Bildern pro Sekunde (1080i25). Die deutschen Privatsender Pro7 und Sat1 folgen.

2007 
Die SRG SSR startet in der Schweiz mit „HD suisse“ einen der ersten frei empfangbaren HDTV-Sender Europas mit 720 Bildzeilen, progressiver Bilddarstellung und 50 Vollbildern pro Sekunde (720p50).

2008 
Auch der österreichische ORF beginnt mit HDTV-Sendungen, ebenfalls im Format 720p50

2010 
In Deutschland beginnen ARD und ZDF mit dem Verbreiten von HDTV im Format 720p50.

2012 
„HD suisse“ wird abgeschaltet, die 6 Hauptprogramme der SRG SSR werden vollständig in HD-Qualität ausgestrahlt. Dies erfolgt parallel zur weitergeführten Ausstrahlung in Standard-Qualität

2015 
Auch SF info sendet in HD-Qualität. Ausserdem plant die SRG SSR, das Verbreiten ihrer Programme in Standardqualität über Satellit zu beenden. Den Weiterverbreitern (Kabel- und Telefonnetze) steht es frei, die Programme auf die alte Qualitätsstufe 576i25 herunterzukonvertieren und ihren Kunden auch in dieser Form anzubieten. Doch das Fernsehen selbst sendet nur noch im neuen Standard HDTV.

Ausführliche Informationen zur Entwicklung von HDTV gibt es hier (englisch): http://www.hdtvarchiveproject.com/

Wie die Entwicklung von HDTV vermutlich weitergehen wird, lesen Sie am besten auf der Seite Was ist Ultra-HD und auf der Seite Zukunft